Sportpark Ost Regensburg
typology: sport and recreation
size: 14.000m²
structural: Knippers Helbig
landscape: Andreas Peyker
enviromental: Transsolar
result: honorable mention
in cooperation: kplan AG
11.12.2019

Neues Sportareal für Regensburg!

 

Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne entsteht der Sportpark Ost Regensburg.  Aus einem ehemals nicht zugänglichen Bereich wird ein lebendiger Ort für Sportler und

Sportinteressierte. Die neuen Hallenbauten müssen sich in ein heterogenes Umfeld einfügen mit völlig unterschiedlichen Maßstäben, Personenfrequenzen, Verkehr, Grünqualität und Anforderungen an den Lärmschutz.

Dem Grundstückszuschnitt entsprechend werden die beiden Hauptbaukörper angeordnet: die Leichtathletikhalle als größeres Volumen erhält ihre Lage im Nordosten, die Schwimmhalle als kleineres Volumen liegt im Südwesten. Dazwischen spannt sich eine Eingangswelt auf mit gemeinsam genutzter Infrastruktur und Gastronomie. Die beiden Hallen zeichnen sich in der Dachlandschaft als höhere Gebäudeteile ab.

Die Leichtathletikhalle mit der geforderten lichten Raumhöhe von 8m bis Unterkante Tragwerk wird um 3m im Gelände abgesenkt, dies ermöglicht niedrige Gebäuderänder zum angrenzenden Kontext, insbesondere zur (zukünftigen) Wohnbebauung im Süden, es verbleibt nurmehr eine Fassadenhöhe von 5m plus Dachtragwerk. Diese Höhe entspricht in etwa auch der Schwimmhalle. Der dazwischenliegende Bereich mit weitaus geringer geforderten lichten Raumhöhe und ohne große Stützweiten ist dementsprechend niedriger als die beiden Hallenkörper. Der Zwischenbau stellt sich als niedrige, angemessene Geste mit einem auskragenden Dach vor die hohen Hallen. Hier befindet sich mit Orientierung zu den nördlich angrenzenden Außensportflächen der Hauptzugang zu beiden Hallen.

Im Innenraum schafft eine zentrale Theke als  „Welcome“ Orientierung und trennt die Zugänge in Schwimmen „rechts“ und Leichtathletik „links“. Durch die abgesenkte Lage der Leichtathletikhalle erstreckt sich der Zwischenbau über zwei Geschosse. Im unteren Geschoß, angebunden über eine Treppe mit angemessener Größe liegen die Umkleidebereiche sowie der Kraftraum mit direktem Zugang zu den Sportflächen. Oben, auf Erdgeschossniveau grenzen direkt an den Eingangsbereich an jeweils einer langen sowie einer kurzen Seite ein schmaler Hallenumgang, der als Zuschauerbereich dient, und wie ein langer Balkon Überblick von oben über alle Bereiche der Sportfläche bietet. Einfache Bänke entlang der Galeriekante dienen als Sitzgelegenheit. Im Bedarfsfall kann durch eine erhöhte Bank dahinter die Zuschauerkapazität lokal erhöht werden.

Über dem Innenraum der großen Halle schwebt auf wenigen Rundstützen ein freitragendes Dach, Fachwerkbinder aus Stahl überbrücken die große Spannweite. Die Nebentragwerkschale aus Trapezblechen ist punktuell perforiert, einfache Oberlichter sorgen für eine gleichmäßige und blendfreie Verteilung von Tageslicht in der Halle.

Direkt hinter der Empfangstheke liegt auf gleicher Ebene der Zugangsbereich zu den Schwimmbadbereichen. Hier sind die Funktionsräume ohne Tageslichtbedarf (Umkleiden und Dusch-
bereiche) als langer Riegel maximal effizient organisiert. Durch den Riegel betritt der Besucher die Schwimmhalle, in der die Becken in den geforderten Größen entlang der Fassade angeordnet sind. Die Schwimmhalle erhält Blickbezüge in das angrenzende Grünbiotop. Eine der Fassade vorgelagerte Grünzone und ein Vorhang aus Holzlamellen schützen den Innenraum vor unerwünschten Einblicken. Ein freitragendes Dach aus Brettschichtholzträgern erzeugt einen warmen Innenraumcharakter.