Städtebaulicher Wettbewerb
Wohnen am Schleißheimer Kanal
typology: urban planning
size: 130.000m²
status: 2nd prize competition
landscape: Mahl Gebhard Konzepte
15.07.2020

Wohnen in Garching bei München

 

 

Städtebau

 

Der Entwurf schlägt vor, die gewünschten Wohntypologien wie folgt anzuordnen. Entsprechend der Anforderungen an den Schall- und Geruchsschutz welche das nördlich angrenzende Gewerbegebiet mit sich bringt, werden entlang der neuen Verbindungsstraße im Norden 4 bis 5 geschossige U-förmige Baukörper vorgeschlagen. Diese öffnen sich in Richtung Süden und Schleißheimer Kanal. Es entstehen halböffentliche Innenhöfe, die dazu einladen, begangen zu werden. Durch diese höheren Bautypen gefasst und im Süden direkt anschließend, spannen sich im Inneren des Areals die Reihen- Doppel- und Einfamilienhäuser auf. Diese finden sich wiederum als Cluster um einen privateren Innenhof gruppiert.

Entlang des Schleißheimer Kanals sind 3 bis 4 geschossige Punkthäuser angeordnet, die sich spielerisch durch leichte Verdrehungen den schönen Grünflächen der Schutzzonen öffnen und diese auch durch Blickbezüge und Durchwegungen für alle weiteren Anwohner erlebbar machen. Somit können viele Menschen direkt am Schleißheimer Kanal leben. Die Staffelung der Gebäude und die Einbindung der kleinteiligeren Baukörper sorgen dafür, dass das Areal als ein Gesamtkonzept erlebbar wird.

 

Freiraumplanung

 

Das Entwicklungsgebiet am Schleißheimer Kanal soll einen eigenen Charakter ausprägen. Deswegen haben wir uns entschlossen ein Quartier im Spannungsfeld zwischen Natur und Stadt zu entwickeln. Die urbanen Setzungen mit den Mehrfamilienhäusern rahmen die Dörfer mit den kleinen Clustern ein und entwickeln sich zu einer spannungsvollen städtebaulichen Figur.


Parklandschaft

Das zentrale Element bilden die öffentlichen Grünflächen, welche parallel zum Schleißheimer Kanal verlaufen. Um dem wertvollen Naturraum entlang des Kanals mehr Raum zu geben, wurde der vorhandene Fahrradweg zurückgebaut. Dafür wird der vorhandene Fahrradweg südlich des Kanals zu einem Fahrradschnellweg ausgebaut. Über die zwei bestehenden und eine neue Brücke ist das Quartier angebunden.

Durch den südlichen Park verläuft ein Weg inmitten dichter Gehölzstrukturen zum Erleben und Entschleunigen. Parallel dazu sind mehrere extensive Grünräume, beispielsweise als Bienenweide, Magerwiese oder „Wildnis“ gestaltet. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur regionalen Biodiversität geleistet. Die nördliche Grünachse ist als Transitraum ausformuliert. Sie verknüpft die im Westen liegende Wohnbebauung mit dem Quartier und stellt gleichzeitig eine Verbindung zu der im Osten liegenden U-Bahnstation „Garching-Hochbrück“ her. 

 

Nachbarschaftshöfe

In der Parklandschaft sind mehrere Cluster aus Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern eingebettet, die wiederum in zwei Dorfstrukturen zusammengefasst werden. Jedes Cluster erhält durch seine städtebauliche Anordnung einen eigenen Nachbarschaftshof. Dieser soll keine reine Verkehrsfläche sein, sondern einen Treffpunkt für alle Anwohnenden. Die entstehenden südlich orientierten Nachbarschaftsterrassen sind ein Gemeingut jedes Clusters. Neben Raum für bewegliches individuelles Mobiliar findet man hier auch Holzskulpturen die zum Spielen oder Sitzen genutzt werden können. Punktuell sind hier diverse Spielgeräte, Sitzmöglichkeiten und vielfältige Pflanzungen vorzufinden. Jedem Innenhof ist ein Obstgehölz als Leitbaumart zugeordnet, wodurch jedes Cluster einen eigenen Charakter erhält. Insgesamt wird ein idealer Ort für ein nachbarschaftliches Zusammenkommen geschaffen.

 

Auch die Einfamilien- und Reihenhäuser, sowie die Erdgeschosswohnungen in den Geschosswohnungsbauten profitieren von den nach Süden ausgerichteten Grünflächen. Die BewohnerInnen jeder Wohneinheit können ihre Gärten individuell gestalten, jedoch ist mindestens ein regionaltypisches Gehölz zu pflanzen. Ergänzende blickdichte Hecken gewährleisten eine ausreichende Privatsphäre der Bewohner.

 

Neben der sozialen Funktion trägt jeder Innenhof auch gleichzeitig zur dezentralen Regenwasserversickerung bei.

Zudem sind an den Parkplatzbuchten steuerbare Ladesäulen vorgesehen, bei denen die Bewohner ihre E-Fahrzeuge laden können.