Wettbewerb KiTa Straubing
typology: education
size: 1.000m²
status: 4th prize competition
01.08.2019

KiTa am Quartiersplatz

Für die Gruppenräume wird ein eingeschossiger Baukörper mit klarer Geometrie und Satteldach vorgeschlagen, welcher sich an der Nachbarbebauung orientiert. Dieses "Haus" wird von einem flachen Sockelgeschoß getragen, in welchem alle weiteren Nutzungen untergebracht werden. 

 

Von Osten her betritt man das Gebäude erdgeschossig und befindet sich sogleich in einem Foyerbereich, der durch einen großzügigen Treppenraum ein Gefühl einer doppelten Raumhöhe zulässt und durch das Treppenauge und Oberlichter im Obergeschoss das Foyer mit Tageslicht durchflutet. Ein zentral gelegener Aufzug erschließt das Obergeschoss barrierefrei. Die Garderobenbereiche der Gruppenräume im Obergeschoss können von hier aus gut erreicht werden. Nebennutzungen werden effizient im Erdgeschoss untergebracht. Die Gaderobenbereiche  sind in die Spielflure integriert. Es entsteht eine spannende „Innenwelt“, die Erschließungsbereiche werden zum Erlebnis- und Gemeinschaftsraum. Die Fassaden aller Gruppenräume sind nach Süden und Westen orientiert. Hier befinden sich auch die Spielgärten, so dass den Kindern die Außenbereiche über große Glasfassaden direkt zugänglich sind. Dennoch sind die einzelnen Gruppenräume mit ihren dazugehörigen Nebenräumen und Sanitärbereich, für sich ausreichend separiert. Jedem ist seine eigene Garderobe zugeordnet, ein Ort, der als Filter zwischen der offenen Gemeinschaftswelt und den privaten Gruppen agiert.

 

Verschiebbare Trennwände ermöglichen eine Umwandlung in Räume unterschiedlicher Größen. Auch zwischen den Nebenräumen und den Gruppenräumen können flexible Trennwände vorgesehen werden, um neuen Anforderungen und Wünschen gerecht werden zu können.

Die Möglichkeit, die Mehrzweckhalle nur bei Bedarf abzutrennen und im allgemeinen Betrag den Raum offen zu belassen, schafft eine direkte Verbindung zwischen der Außen- und der Innenwelt Es entsteht ein offener, heller Kommunikationsbereich. Dieser multifunktionale Bereich schafft Platz für Ausstellungen, sprechende Wände und verschiedensten Veranstaltungen.

 

Materialität

 

Die Baukörper könnten in Leichtbau aus Holz mit Holzfassaden in homogener Materialität und Farbgebung, auch über das Dach hinweg, ausgeführt werden.

Über vorgefertigte Fassadenelemente wird eine hohe Qualität insbesondere der Dichtheit sichergestellt. Die Materialität des Innenraumes zeichnet sich durch warme erdige Farbtöne und haptische Oberflächen aus.

 

 

Außenbereiche

 

Die Außenbereiche entsprechen teilweise der Vorstellung eines Hortus conclusus – einem umschlossenen Garten, der den Kindern einen geschützten Raum bietet. Für die Gruppenräume der Kleinkinder sind intimere Bereiche im Garten vorgesehen. Der Kontakt zu den älteren Kindern ist dennoch möglich. Gehölzgruppen bieten Schatten, Verstecke und die Möglichkeit, die Jahreszeiten zu erleben. Flächen unterschiedlicher Materialität (Sand, Tartan, Stein, Rasen) ermöglichen differenzierte Nutzungen wie Konstruktionsspiele, fördern sinnliche Erfahrungen und die Begegnung der Kinder mit unterschiedlichen Elementen.

 

 

Nachhaltigkeit

 

Satteldachhälften mit geeigneter Orientierung erhalten PV-Module für die Eigennutzung. Überschüsse der Erzeugung könnten durch eine Netzkopplung ins Netz eingespeist werden. Großzügige Tageslichtöffnungen sorgen für natürliche Entlüftung im Sommer. Außenliegender Sonnenschutz dient bei Bedarf als Verschattung. Eine mechanische Grundlüftung mit Wärmerückgewinnung unterstützt die Nutzungen im Winterfall.  Regenwasser kann über eine Zisterne gesammelt und für Sanitär- und Waschnutzungen herangezogen werden.

 

Die transparenten Flächen der kompakten Baukörper werden so platziert und dimensioniert, dass eine gute Tageslichtversorgung erreicht wird, aber auch der wichtige visuelle Kontakt von Innen nach Außen gegeben ist. Nach Süden orientierte Glasflächen und Oberlichter sorgen für ein Licht durchflutetes Atrium als Kernzone des Gebäudes. Durch die Geometrie des Gebäudes, ausreichend Dachüberstände und den Überstand der Fluchtbalkone im 1.OG werden die solaren Gewinne im Sommer reduziert, um Überhitzungen zu vermeiden. Der effiziente, bewegliche, außenliegende Sonnenschutz minimiert die im Sommer unerwünschten solaren Einträge.